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Solenodon paradoxus – Dominikanischer Schlitzrüssler
( Herkunftsland: Dominikanische Republik)

Dominikanischer SchlitzrüsslerWir wissen sehr wenig über die Säugetierordnung der Insektenesser ( Insektivora ). Von den rund 350 verschiedenen Insektenesserarten kennen wir nur den europäischen Igel ( Erinaceus europaeus ) und den europäischen Maulwurf ( Talpa europaea ) einigermassen. Von der restlichen, großen Sippe haben wir aber kaum etwas gehört. Unter ihnen befindet sich auch jener höchst interessante Zeitgenosse, der Dominikanische Schlitzrüssler ( Solenodon paradoxus ), den ich euch hier gerne vorstellen möchte.

Die Insektenesser gliedert man im allgemeinen in sechs Familien: Die wohl am meisten und vor allem weltweit verbreitete Familie bilden die Spitzmäuse ( Soricidae ) die mit ca. 250 Arten drei Viertel dieser Familie ausmachen. In Nordamerika, Europa und Asien sind die Familie der Maulwürfe ( Talpidae ) weitverbreitet. Sie umfassen ca. 30 Arten. Das gilt auch für die Familie der Igel ( Erinaceidae ) die mit ca. 15 Arten Europa, Afrika und Asien bewohnen. Die drei noch verbleibenden Arten bewohnen einen sehr stark begrenzten Lebensraum. Die Goldmulle ( Chrysochloridae ) bewohnt mit ungefähr 20 Arten die trockenen Landstriche in Südafrika. Die Tanreks ( Tenrecidae ) kommen mit ca. 30 Arten auf Madagaskar und in äquatorialen Regenwäldern Afrikas vor.Die kleinste und wegen ihrer geografisch am meisten eingeschränkte Insektenfresserfamilie kommt mit nur 2 Arten in Kuba und Hispaniola vor. Die Familie der Schlitzrüssler ( Selenodontidae ). Die beiden karibischen Aretn sehen sich sehr ähnlich und sind auch eng miteinander vewandt, darum stellt man sie auch in die selbe Gattung. Es handelt sich um den Dominikanischen Schlitzrüssler ( Solenodon paradoxus ) und den Kubanischen Schlitzrüssler ( Solenodon cubanus ). Sie gehören zu den größten Vertretern ihrer Art und der Dominikanische Schlitzrüssler ist mit einem Gewicht von ca. einem Kiligramm und einer Kopfrumpflänge von etwa 30cm und 25 cm Schwanzlänge der Größere von Beiden.

Schlitzrüssler sind wie alle anderen Insektenesser „ Halbsohlengänger „ . Sie treten beim Gehen jeweils mit der ganzen Sohle der Vorderfüsse auf und heben aber die Hinterfüsse bis zu den Zehenwurzeln an. Das heißt, dass ihre Fersen den Boden nicht berühren. Die Vorderbeine sind länger als die Hinterbeine und haben fünf große mit kräftigen Kralle bewehrte Finger. Am großen Kopf befinden sich zwei winzige Augen, rundliche Ohren und borstige Schnurrhaare. Vor allem aber der lange und sehr bewegliche Rüssel fällt auf, auf dessen Ende seitlich die Nasenlöcher sitzen. Sehr groß sind die Speicheldrüsen der Schlitzrüssler und das aus einem besonderen Grund: Schlitzrüssler produzieren einen giftigen Speichel. Es handelt sich dabei um ein lähmendes Nervengift. Dieses wird in den Ausführgängen der Speicheldrüsen welche im Unterkiefer liegen produziert. Wenn Schlitzrüssler ihre Beute beißen, fließt giftiger Speichel direkt in die Bissstelle. Der Dominikanische Schlitzrüssler ernährt fast nur von tierischen Stoffen. Er gräbt mit seinem langen, bewegliche Rüssel im Boden und stekt seine Nase in jede Höhle. Auch alle Ritzen und Winkel weden erkundet und er setzt dabei auch seine mit Krallen bewährten Vorderpfoten ein. Seine Beute besteht vorwiegend aus Regenwürmern, Tausendfüßern , Grillen und anderen Wirbellosen. Der Dominikanische Schlitzrüssler ist vorwiegend nachtaktiv. Den Tag verschläft er in einer Erdhöhle oder Felsnische. Um sich mit seinen Artgenossen zu verständigen stößt er unterschiedliche Laute wie Quieken, Zirpen, Klicken oder Schnauben aus.Lediglich die Klicklaute, die jenseits der menschlichen Hörfähigkeit liegen, scheinen einer anderen Funktion der Verständigung zu dienen ( Echoortung ). Diese Form der Kommunikation ist uns auch von den Fledermäusen oder Delphinen bekannt.

Die Weibchen bringen nach einer mir nicht bekannten Tragezeit ein bis zwei Jungtiere zur Welt. Vor der Eroberung der Karbik durch den Menschen, schien diese Anzahl des Nachwuchses wohl ausreichend zu sein. Diese Tiere mussten dm Siedlerdrang des Menschen weichen und worden immer weiter zurückgedrängt. Man entzog ihnen praktisch die Lebensgrundlage.Über die genaue Anzahl der noch lebenden Schlitzrüssler ist nichts bekannt, doch sie sind sehr selten und stark bedroht. Sie stehen daher auch auf der roten Liste des Washingtoner Abkommens ( WA ) wodurch sie vom Handel vollständig ausgeschlossen sind. Keine Überlebenschance haben diese Tiere in der westlichen Hälfte Hispaniolas. Haiti, gilt als eines der am schlimmsten verwüsteten Länder der Karibik. Die natürliche Pflanzendecke ist dort schon fast zur Gänze zerstört und die Vegetationsreste werden für ein Überleben wohl nicht ausreichen. In der Dominikanische Republik, welche die Osthälfte der Insel einnimmt, Sind die Aussichten für das Überleben des Schlitzrüsslers etwas besser gestellt. Die Art steht hier unter gesetzlichem Schutz und es wurden mehrere Waldreservate geschaffen, um diesem Säugetioer eine Chance zum Überleben zu geben. Leider nimmt man es dort aber mit den Naturschutzgesetzen oft nicht so genau und es hapert auch am Management der Reservate. Beides müsste sich so rasch als möglich ändern, um dem Dominikanischen Schlitzrüssler, seines Zeichens eines der altertümlichsten Säugetiere der Welt, eine Zukunft zu gewährleisten.

 

 
     

Artikel erstellt von: Ady am 13.03.2005



 


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